Meine Meinung zu Säurepeelings

Sauer macht nicht nur lustig, sondern sorgt auch für schöne Haut! Schon Kleopatra hat auf Milchsäurebäder gesetzt und war ihrerzeit weltweit für ihre Schönheit bekannt.

In diesem Artikel zeige ich dir was Säurepeelings sind, was sie bringen und wie du sie richtig anwendest. Ich selbst habe mit Säurepeelings noch keine Erfahrung gemacht, aber positive Erfahrung mit einer Apfelessig-Gesichtswasser-Kur gemacht, wie du hier lesen kannst. Säurepeelings enthalten chemisch extrahierte Säuren und werden daher auch chemische Peelings genannt. Ich zeige dir welche Nebenwirkungen das haben kann und welchen natürlicheren Alternativen es dazu gibt.

Was ist ein Säurepeeling?

Ein Säurepeeling ist ein Peeling-Produkt, dass die Säuren AHAs oder BHAs enthält. Diese Säuren sorgen – richtig angewendet – für ein glattes und frisches Hautbild, indem sie abgestorbene Hautzellen von der Hornhaut abtragen und den Reparaturmechanismus der Haut anregen. Durch die antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung verdrängen sie außerdem die „schlechten“ Bakterien auf der Haut, die Entzündungen hervorrufen.

Abgestorbene Hautzellen auf der Hornhaut ist einer der Hauptursachen für Akne und Unreinheiten. Wenn die Hautzellen die Poren verstopfen, kann der Talg nicht mehr abfließen, die Poren entzünden sich und Pickel entstehen. Säurepeelings befreien deine Haut wieder von diesen überschüssigen Zellen.

Kosmetiker raten zu säurehaltiger Kosmetik bei verschiedenen Hautproblemen wie vergrößerte Poren, Hautunreinheiten, Akne, Überverhornung, Pigmentveränderungen und schlaffer Haut mit ersten Fältchen sowie zur Vorbeugung dieser. Je nach Hauttyp und -Bedürfnissen gibt es passende Produkte, so dass du die das Ganze auch zu Hause umsetzen kannst.

Welche Ergebnisse lassen sich mit Säurepeelings erzielen?

Bei regelmäßiger und richtiger Anwendung lassen sich folgende Ergebnisse erzielen:

  • Ein frisches, ebenes und weiches Hautbild
  • Poren werden frei
  • Unterlagerungen werden gelöst
  • Pigmente werden aufgehellt
  • verbesserte Wundheilung
  • die Haut wird straffer

Welche Probleme werden behoben?

  • Unebenheiten
  • Überverhornungen
  • versopfte Poren (Akne)
  • Große Poren
  • Pigmentflecken (Akneflecken, Altersflecken)
  • Vernarbungen
  • in gewissem Rahmen auch gegen Falten und Linien

Wie unterscheiden sich mechanische von chemischen Peelings?

Bei Peelings denkt man sofort an die sichtbaren „Schleifkörper“, die durch Reibung Hautschüppchen und Talg von der Haut abtragen. Diese Art von Peelings nennt man mechanische Peelings. Sie sollten nicht zu häufig angewendet werden, weil der mechanische Reiz zu einer Überverhornung führen kann. Bei empfindlicher Haut oder Haut mit Akne oder Rosacea sind mechanische Peelings zu meiden, weil sie die angegriffene Haut zusätzliche reizen.

Chemische Peelings, auch Exfoliants genannt, wirken anders. Hier gibt es keine Schleifkörper, sondern man trägt das Mittel einfach auf und lässt es einige Zeit einwirken bevor man es wieder mit Wasser abwäscht. Die Säuren ziehen direkt ins Gesicht ein und beeinflussen den ph-Wert der Haut.

Das klingt erstmal doll unnatürlich und tatsächlich werden diese Säuren aus natürlichen Quellen (z.B. Zuckerrohr oder Äpfeln) extrahiert und in einer bestimmten Konzentration der Mischung zugesetzt, damit sie die gewünschte Wirkung entfalten. Speziell die AHAs kommen auch in vielen Hausmitteln wie beispielsweise Apfelessig in einer wirksamen Konzentration vor. Wenn du also Wert auf eine möglichst natürliche Hautpflege legst, aber dennoch von der Wirkung der Säuren profitieren möchtest, lies hier meinen Erfahrungsbericht zur Kur mit Apfelessig-Gesichtswasser.

Was ist der Unterschied zwischen AHA und BHA Säurepeelings?

AHAs (Alpa-Hydroxy-Säuren) und BHAs (Beta-Hydroxy-Säuren) lösen beide die Bindungen, die die abgestorbenen Hautzellen auf der Epidermis (äußerste Hautschicht der Haut) zusammenhalten, wodurch Pickel vermindert und auch vorgebeugt werdern.

Darüber hinaus haben sie aber unterschiedliche Wirkungen, die verschiedenen Zwecken dienen:

SäuregruppeAHAsBHAs
SäurenGlykolsäure, Mandelsäure, Milchsäure, Säure aus Äpfeln oder Trauben (daher auch Fruchtsäurepeelings genannt)Salicylsäure
Eigenschaftenwasserlöslichfettlöslich
WirkungGelangt relativ tief in die Haut und regt dort die Hauterneuerung an, wirkt gegen Hautflecken und Fältchen
Löst überschüssiges Serum (überschüssiger Talg) aus den Poren
wirkt ab einer Säurekonzent. Wirkt eher oberflächlich.
Vor allem geeignet fürPigmentierung (Hautflecken reduzieren), Hauterneuerung anregen, Haut straffenHautunreinheiten (Pickel, Mitesser) loswerden
Stärkestarke Wirkungrelativ mild
Voraussetzung für Wirkungwirkt ab einer Säurekonzentration von 5%, am besten wirkt es bei einem ph-Wert 4,5 oder geringer.wirkt ab einer Säurekonzentration von 2%, am besten wirkt es bei einem ph-Wert 4 oder geringer.
Hauttypv.a. bei trockene Haut
unreine und fettige Haut
Pigmentflecken und Sonnenschäden
Reife Haut (schlaffe Haut, Fältchen)
v.a. bei unreiner und fettiger Haut
Unterschiede Alpha-Hydroxy-Säuren (AHAs) und Beta-Hydroxy-Säuren (BHAs)

Ist es für alle Hauttypen geeignet?

Wie in der Tabelle zu den AHAs und BHAs beschrieben sind die Säuren für unterschiedliche Hauttypen besonders gut geeignet. Nur bei besonders empfindlicher Haut ist ein Säurepeeling nicht geeignet, aber dieser Hauttyp hat ohnehin oft andere Probleme als die, die durch Säurepeelings beseitig werden.

Wenn du trockene Haut hast aber trotzdem BHA-Säurepeelings verwenden möchtest, um Mitesser zu entfernen, achte darauf mit einer niedrigen Dosierung zu beginnen und anschließend eine reichhaltige Feuchtigkeitspflege speziell für trockene Haut zu verwenden.

So oder so solltest du bei einer neuen Hautpflege vorsichtig und niedrig dosiert beginnen und dich im Zweifelsfall von einer Kosmetikerin beraten lassen.

Die richtige Anwendung des Säurepeelings

Die richtige Anwendung des Säurepeelings entscheidet über den Erfolg. Laut der YouTuberin Carla vom Kanal „Hauttief“ steht auf keiner Säurepeeling-Packung die genaue Vorgehensweise. Glücklicherweise verrät sie uns ihr Geheimnis was laut ihr der Schlüssel war, um ihre Akne loszuwerden. (Das hört man zwar ständig zu jeder Methode, aber geben wir dem Ganzen ’ne Chance!). Ihre (etwas aufwendige) Anleitung findest du hier.

  1. Gesichtsreinigung
    Zunächst wird das Gesicht gereinigt und von Schmutzpartikeln und überschüssigem Öl befreit. Dazu eignet sich ein Gesichtswasser – entweder selbstgemacht oder ein gekauftes. Einige schwören auf Mizellenwasser beispielsweise das von bioderma, weil es keine Öl-Bestandteile enthält und besonders hautschonend ist. Auch von dm gibt es Gesichtswasser aus Naturkosmetik und/oder Mizellenwasser-Basis. Gesichts-Reinigungsöl eignet sich an der Stelle nicht, weil überschüssiges Öl auf der Haut die Säuren am Eindringen in die Haut hindern.
  2. ph-Wert im Gesicht versäuern (optional)
    Laut Carla ist das der Geheimtrick überhaupt. Bevor sie die eigentlichen Säurepeelings aufträgt „versäuert“ sie die Gesichtshaut, also setzt den ph-Wert leicht herab, damit die Säuren besser wirken können. Der natürliche ph-Wert der Haut liegt zwischen 4,5 – 5,75. Die AHA-Säure wirkt optimal bei einem ph-Wert von 4,5 oder kleiner und BHA ab 4 oder kleiner. Dafür verwendet sie den Gesichtstoner „Cosrx AA/BHA Clarifying Treatment Toner„. Mit Blick auf die Inhaltsstoffe sieht man allerdings, dass der ph-Wert wiederum durch BHA und AHA-Säuren herabgesetzt wird… Das erschließt sich mir nicht ganz, wieso man dann diesen Zwischenschritt braucht. 🙂 Aber laut Carla macht es einen großen Unterschied, weil die Säurepeelings dann direkt auf demoptimalen ph-Wert von ca. 4 wirken können.
  3. Peeling auftragen
    Dann wird das AHA- oder BHA-Säurepeeling aufgetragen. Carla verwendet immer beide Säurepeelings nacheinander mit steigendem ph-Wert. Für die ersten paar Anwendungen gegebenenfalls eine geringere Einwirkzeit wählen, um die Haut langsam daran zu gewöhnen. Später aber einhalten für optimale Ergebnisse.
    1. BHA-Peeling (2%) auftragen und für 20 Minuten einwirken lassen
    2. ohne Abwaschen das AHA-Peeling (5%) auftragen und auch 20 Minuten einwirken lassen
  4. Abwaschen
    Anschließend das Gesicht mit lauwarmen Wasser waschen.
  5. Pflege
    Die Säuren können vor allem zu Beginn zu Hautspannungen führen und die Haut etwas austrocknen. Daher empfiehlt Carla Feuchtigkeitscremes – je trockenerdeine Haut desto „reichthaltiger“ (feuchtigkeitsspendend, pflegend) sollte die Creme sein.

Nochmal der Hinweis: Die Hautpflege mit Säuren ist nicht ohne und wenn du die Bedürfnisse deiner Haut falsch einschätzt oder die Säuren zu lange einwirken lässt, kannst du deiner Haut ernsthaft schaden! Wenn du dir unsicher bist, lasse dich lieber professionell von einer Kosmetikerin beraten, beispielsweise in einem dm Kosmetikstudio.

Vorsicht vor Sonne!

Für einige Stunden nach dem Säurepeeling ist die Haut sehr empfindlich gegenüber direkter Sonnenstrahlen und unschöne Hautflecken können entstehen. Wenn du doch in die Sonne gehst, dann verwende Sonnencreme und meide intensive Mittagssonne. Auch Make-Up, Sport und Sauna sollte man laut Hautärzten innerhalb der folgenden Stunden weglassen. Wende das Peeling als am besten abends an.

Auf Sonnenbäder soll sogar bis zu 4 Wochen nach Abschluss einer Säure-Peeling-Kurs verzichten werden! Ganz schön lange, deswegen wird eine Säurepeeling-Kurs auch für die Wintermonate empfohlen.

Nebenwirkungen

Stichwort: Anfangsverschlechterung. Gerade zu Beginn kann die Haut mit Rötungen, Spannungen, Brennen und sogar Mini-Pickeln reagieren, denn der Haut wird durch die Säuren etwas Feuchtigkeit entzogen. Etwa zwei Tage nach der Behandlung schält sich die oberste Hautschicht ab.

Unsere YouTuberin Carla hat wohl bis zu 3 Wochen gebraucht bis sich ihre Haut an die Säuren gewöhnt hat. Laut ihr sei es ein Fehler, dass viele zu früh aufgeben, wenn sie diese Anfangsververschlechterungen sehen.

Häufigkeit

Ein Säurepeeling kann beliebig oft wiederholt werden. Eine 4-malige Anwendung im Abstand von 1-2 Wochen führt aber meist schon zum gewünschten Ergebnis.

Kann ich ein Säure-Peeling auch selber machen?

Grundsätzlich ja. Welche Grundzutat sich als Säurespender eignet – da gehen die Meinungen außeinander. Laut dem Blog Smartikcular eignet sich frischer Zitronen– oder auch Orangensaft als Peeling-Basis. Pia vom Blog Skincare Inspiration zeigt aber, dass Zitronensaft mit einem besonders niedrigen ph-Wert von 2 nicht besonders hautfreundlich ist, die Haut austrocknen kann und extrem empfindlich gegenüber der Sonne macht.

Ich habe auch schon die Empfelung gehört pures Vitamin-C-Pulver von dm als Peeling zu verwenden, aber hier dürfte der ph-Wert ähnlich ungünstig niedrig wie bei Zitronensaft liegen.

Der ph-Wert von Apfelessig liegt bei etwa 3 und damit dem natürlichen ph-Wert der Haut von 5,5 schon etwas näher. 1:1 verdünnt mit Wasser (ph-Wert bei 7) verschiebt sich der ph-Wert auf etwa 5 – also ziemlich genau der ph-Wert unserer Hautoberfläche. Ein „Peeling“ ist die Mischung an der Stelle aber nicht mehr sondern eher ein Gesichtswasser. Die enthaltenen AHA-Säuren aus dem Apfelessig sind dadurch viel geringer dosiert und wirken sanfter. Von daher kann ein Apfelessig-Gesichtswasser gerne täglich für etwa 10-15 Tage angewendet werden. Lies hier meine Erfahrungen damit.

Wo kann ich Säurepeelings kaufen?

  • beim Drogeriemarkt dm gibt es eine große Auswahl an AHA- und BHA-Säurepeelings beziehungsweise -Pflegeprodukten. Die meisten gibt es vor Ort im Laden zu kaufen. Die vollständige Auswahl findest du hier.
  • Blogger und Youtuber schwören auf die Säure-Peelings und Säure-Pflegeprodukte von „the ordinary„, weil sie besonders hochwertige Zutaten enthalten sollen, ein gutes PreisLeistungs-Verhältnis bieten und besonders gut verträglich für die Haut sein sollen.

Meine Gedanken und Kritik an Säurepeelings

Was mir bei den ganzen positiven Erfahrungsberichten und Lobreden der Säureüeelings fehlt, ist die Betrachtung der eigentlichen Ursachen für die Hautprobleme. Meiner Meinung nach kann die richtige Hautpflege immer nur eine Ergänzung zu einer Ernährungs- und Lebensumstellung sein, um wirklich langfristig reine Haut zu bekommen.

Die übermäßige Verhornung beziehungsweise Zellwucherung auf der Haut ist meistens die Folge von zu viel Insulin im Blut, was die Zellbildung übermäßig anregt. Um die Zellwucherung also an der Wurzel zu stoppen helfen beispielsweise:

  • Lebensmittel, die für einen schwachen Insulinanstieg sorgen (Vollkron, Gemüse, zuckerarmes Obst).
  • Intervallfasten
  • maximal 2-3 Mahlzeiten pro Tag, damit der Insulinspiegel nicht so oft ansteigt. Merke: Auch ein Apfel oder ein Matcha Latte zwischendurch ist eine Mahlzeit.
  • Sport, damit der Zucker besser in die Zellen gelangt und weinger Insulin benötigt wird.
  • ausreichend Schlaf für einen ausgeglichenen Hormonhaushalt und um Stress vorzubeugen.
  • Entspannungsphasen, denn auch Stress erhöht nachweislich den Insulin- und Testotseron-Spiegel.

Fazit

Obwohl ich durch die Umstellung meiner Ernährungs- und Lebensweise die größten Erfolge für meine Haut erzielt habe, ist mein Haut vor allem am Kinn immernoch etwas verhornt und verkapselt, wodurch an dieser Stelle besonders leicht neue Unreinheiten enstehen. Die Apfelessig-Gesichtswasser-Kur hat schon zu deutlicher Besserung geholfen. Allerdings erwäge ich tatsächlich im nächsten Winnter mal für 4 Wochen eine Säurepeeling-Kur zu starten. Meine Erfahrungen werde ich dann hier mit dir teilen! 🙂

Hast du schon Erfahrungen zu Säurepeelings? Schreib‘ es gerne in die Kommentare!

Verwendete Quellen:

  • http://www.hautaerzte-online.de/leistung_fruchtsaeurepeeling.php
  • https://www.activebeauty.at/pflege/fruchtsaeurepeelings-und-ihre-nebenwirkungen-das-sollten-sie-wissen
  • https://www.hautarzt-jung.de/Leistungen/Faltenbehandlung/Peelings/index.html

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