rezension die hautdiät felix dahlmanns

Rezension: „Die Hautdiät – Schluss mit Neurodermitis, Schuppenflechte, Akne und unreiner Haut“ von Felix Dahlmanns

Was bringt eine Ernährungsumstellung bei Hautproblemen? Und wenn ja, wie sieht die optimale Ernährung für eine dauerhaft reine Haut aus?

Diesen Fragen ist Medizinstudent Felix Dahlmanns auf den Grund gegangen. Er litt jahrelang unter Schuppenflechte (Psioriasis), die als „unheilbar“ erklärt wurde. Also beschloss er seine Gesundheit in die eigenen Hände zu nehmen. Das Ergebnis ist eine Formel, die eine schöne Haut nahezu unvermeidbar macht.

Felix ist der Meinung „Jedes Hautproblem ist lösbar“. Doch wie alltagstauglich ist die „Hautdiät“ wirklich?

Über einen Weg voller Rückschläge… und viel Schweinefett

Das Buch beginnt mit Dahlmanns eigener Geschichte. Seine Schuppenflechte, also rote juckende und schuppende Stellen am ganzen Körper, wurde immer schlimmer. Im Sommer traute er sich nicht mal mehr, T-Shirts oder kurze Hosen zu tragen. Diverse Hautärzte haben die Hautkrankheit längst als unheilbar erklärt und verschrieben Cortison-Salben, die zwar die Wunden abheilen lassen, aber nicht die wahren Ursachen lösen.

Wie wenig die symptomatische Behanndlung der Symptome bringt, zeigt die Methapher des Gartens: Mäht man Unkraut einfach nur ab, sieht der Garten fürs erste ordentlich aus und die „Bearbeitung“ ist schnell erledigt. Schon nach kurzer Zeit sprießen und verunstalten die Unkräuter den Garten aber erneut, weil die starken Wurzeln nicht beseitigt wurden. Erst wenn man sich die Mühe macht, die Wurzeln zu entfernen, wird das Problem dauerhaft gelöst.
(Anmerkung: Für mich gibt es eigentlich kein „Unkraut“, denn fast jede Pflanze hat einen guten Zweck und Brennessel sowie Löwenzahn sind die mineralstoffreichsten Wildkräuter, die es gibt 😉 )

Eines Tages machte die Großmutter auf ein Buch aufmerksam, dass wirksame Hausmittel gegen Schuppenflechte und Neurodermitis vorstelle. Das Buch umfasste eine Kur aus Heilkräuter-Tees, Verzicht auf Fleisch und Frittiertes sowie das Einreiben der Haut mit Schweinefett. Der Fokus lag auf einer Ernährungsweise, die den Körper entgiftet und die Leber schont.

Nach einigen Wochen stellten sich tatsächlich erste Erfolge ein. Aber dieses ewige Einschmieren mit Schweinefett?? Da musste einfach eine bessere Lösung her…

Die Entstehung der Hautdiät

Also machte sich Felix auf die Suche nach einer besseren und alltagstauglichen Lösung und entwickelte seine persönliche Haut-Erfolgsformel – die Hautdiät. Sie ist eine Mischung aus Ernährungs- und Detoxstrategien, die Hautprobleme an der Wurzel löst.

Die gute Nachricht ist: Die meisten Hautprobleme kann unser Körper selbst regulieren, wenn wir ihn nur lassen.

Die Philosophie der Hautdiät ist es, den Hautproblemen wirklich auf den Grund zu gehen und gleichzeitig einen praktischen Leitfaden für einen Lebensstil zu schaffen, der die Haut heilen kann.

Dieses Versprechen hält das Buch hervorragend ein. Auch wenn es in einigen Punkten durchaus andere Auffassungen in der Wissenschaft gibt, ist die Zusammenstellung der praktischen Alltagstipps und verständlichen Erklärungen absolut überzeugend.

Die wahren Ursachen von Hautproblemen

Laut Dahlmanns sind die häufigsten Ursachen für Hauterkrankungen: Flüssigkeitsmangel, Fehlernährung und Überlastung der Entgiftungsorgane.

Gleichzeitig bedeutet das: Es liegt in deiner Hand!

Die Lösung ist also: Ausreichendes und richtiges Trinken, die richtige Ernährung sowie Entgiftungs- und Entspannungstechniken.

Richtiges Trinken

Hier wird zunächst die These aufgestellt, dass der moderne Mensch viel zu wenig trinke. Das sei fatal, denn der Mensch besteht nunmal zu 70-75% aus Wasser. Wasser wird benötigt, damit die Nährstoffe im Blut zirkulieren und die Organe richtig arbeiten können.

4-5 Liter sollen also pro Tag getrunken werden. Und zwar in Form von:

  • Wasser
  • Käutertees – beispielsweise spezielle Heilkräuter-Tee-Mischungen gegen Schuppenflechte oder unreine Haut
  • 2-3 Liter Zitronenwasser – Zitrone enthält viel Vitamin C und Antioxidantien, die entzündete Zellen gut tun. Außerdem wirkt Zitrone basisch im Blut und unterstützt die Entgiftung.
  • Rohsäfte, grüne Säfte und grüne Smoothies enthalten leicht verfügbare Mikronährstoffe, die leicht verdaulich sind

Die Empfehlung der Getränke sind super! Bezüglich der Menge gibt es aber durchaus andere Auffassungen. Ich müsste mich wirklich zwingen, 4-5 Liter am Tag zu trinken!!!

Warum eine pauschale Trinkmenge pro Tag Unsinn ist:

  1. Der Flüssigkeisbedarf varriert sehr stark mtidem Rohkostanteil und Salzanteil in der Ernährung als auch mit dem Aktivitätslevel. Rohkost besteht bis zu 90% aus Wasser, viel Salz bindet viel Wasser und wer viel Sport treibt, schwitzt viel wieder aus.
  2. Außerdem verhindert oder erschwert eine pauschale Trinkmenge sich auf das eigene Durstempfinden zu hören. Wieso glauben wir, dass unser Durst nicht in der Lage sei dafür zu sorgen, dass der Körper ausreichend mit Flüssigkeit versorgt wird? Warum haben wir dann nicht gleichzeitig ständig „Angst“ zu wenig zu essen und dass mit unserem Hungergefühl etwas nicht stimmt?
    Es gibt keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege dafür, dass eine bestimmte täglich extern zugeführte Wassermenge gesundheitlich notwendig wäre. Andersherum ist es sogar so, dass ZU VIEL Wasser die Nieren unnötig arbeiten lassen. Der Verdacht liegt sehr nahe, dass der Ursprung dieser pauchalen Trinkempfehlungen von X Litern am Tag, aus der Getränkeindustrie stammen. Die meisten Wasserquellen weltweit liegen heute in der Hand von Unternehmen, die ein Interesse haben, möglichst viel „ihres Produkts“ zu verkaufen. Beenden wir diesen Irrsinn, in dem wir genau so viel Trinken wie unser Durst es uns signalisiert – und kein abgepacktes Wasser kaufen.

Die richtige Ernährung

Vegan, Vegetarisch, Low Carb? Schaut man sich mal die Beschaffenheit unseres Magen-Darm-Traktes an, ist die Antwort recht klar. Unser Darm ist lang und verwinkelt und auf die Verdauung von Pflanzen ausgelegt.

Dahlmanns: „Der Mensch ist ein Pflanzenfresser, der überwiegend Rohkost zu sich nehmen sollte. Denn auch Kochkost denaturiert die Nahrung.“

Wichtig ist eine ausreichende Versorgung der Mikro- und Makronährstoffe. Mikronährstoffe sind alle Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe, Enzyme usw., die in Obst, Gemüse, Nüssen, Sprossen und sonstiger Rohkost am dichtesten vorkommen. Makronährstoffe sind die drei Bau- und Brennstoffe Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Seine Empfehlungen lauten:

  • „Gesunde Kohlenhydrate in Form von Obst und Gemüse sind die Grundnahrungsmittel der Hautdiät. Quellen für naturbelassene Fette sind Avocados und Nüsse. Proteine sind in der breiten Palette pflanzlich-vollwertiger Lebensmitteln ausreichend vorhanden. Hier wird vor zusätzlichen Protein-Shakes gewarnt, weil sie die Nieren schädigen können (ähnlich also wie das bei unnötig viel Wasser gilt 😉 ).
  • Statt ungesunder Snacks am Abend greife lieber zu Rohkost und gewöhne dich an intermittierendes Fasten.
  • Beginne den Tag mit einem grünen Saft oder grünem Smoothie
  • Einmal am Tag eine große Mahlzeit. Solange genügend Grünzeug auf dem Teller liegt, kannst du dich sattessen am veganem Menü.
    • weniger ideal seien: Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Reis, weil diese vor dem Verzehr gekocht werden
    • Tabus: Fleisch, Getreideprodukte, Tiefkühlprodukte, Milchprodukte sowie stark verarbeitete Nahrungsmittel
  • Lass dir Zeit, um dich an die neue Ernährungsweise zu gewöhnen“

Sehr positiv ist, dass Felix Lebensmittel nicht in „gut“ und „schlecht“ unterteilt, sondern in drei Stufen: Ideal, weniger ideal & Tabus. Genauso empfehle ich das auch und habe daher das Lebensmittel-Ampelsystem für Akne-Betroffene entwickelt.

Wie bei vielen anderen „Haut-Coaches“, kommt auch bei Felix das Getreide schlecht weg. Es wird mit Milchprodukten und teilweise sogar Industriezucker auf eine Ebene gestellt. Oder es wird verallgemeinernd von „Getreideprodukten“ gesprochen.

Dabei sollte aber unbedingt unterschieden werden, dass ein gewisser Anteil Vollwert-Getreide, am besten als ganze Körner, mit einer Getreidemühle frisch gemahlen oder gekeimt, einen hohen Nutzen für Gesundheit und die Haut hat. Denn in der Schale sind wertvolle Mineralstoffe enthalten und die Ballaststoffe sorgen dafür, dass die Kohlenhydrate langsam verdaut werden, dadurch steigt der Blutzucker nur langsam an.

Ich kann verstehen, dass gerade beim Thema Getreide viele Fehler bei der Ernährungsumstellung passieren. Viele wissen nicht, dass die Farbe des Brots rein gar nichts darüber aussagt, ob es sich um ein Vollkorn-Produkt handelt. Denn häufig werden Weißmehlproudkte mit Gerstenmalz dunkel gefärbt, damit sie gesünder aussehen und besser verkauft werden. Dieses Unwissen führt dazu, dass Menschen mit Hautproblemen unwissentlich Weißmehlprodukte kaufen und sich wundern, warum sich das Hautbild nicht bessert.

Dieser Zwickmühle kann man entkommen, indem man verarbeitete Getreideprodukte meidet. Haferflocken, gekochte Goldhirse-Körner, braunen Reis, Buchweizenkörner oder ein Frischkorn-Müsli sind hingegen hervorragende vollwertige Kohlenhydratquellen, die satt machen und auch der Haut gut tun.

Detox für Körper und Geist

Dahlmanns fasst hier Entgiftungstechniken für den Körper sowie Entspannungstechniken für den Geist in einen Abschnitt zusammen. Durchaus passend, denn Stressbewältigung ist doch auch irgendwie Detox. 😉

„Die Haut ist der Spiegel der Seele“ – Überforderung, Stress, Sorgen und Ängste fördern entzündliche Prozesse im Körper, die für Pickel, Pusteln und Schuppen sorgen können.

Die Lösung sind einfache Entspannungstechniken für den Alltag:

  1. Meditation – blocke dir im Tagesablauf 5-10 Minuten, um die Augen zu schließen und bewusst abzuschalten
  2. Sport – Sport hilft den Kopf auszuschalten. Wir kommen wieder ins Spüren – eine einfache Maßnahme gegen „verkopft sein“.

Um die körperliche Entgiftung zusätzlich zu unterstützen (Die pflanzliche Ernährung und der Sport erledigen bereits den Großteil),helfen folgende Techniken:

  • Basenbäder – regulieren den ph-Wert des Körpers, unterstützen das Ausleiten von überschüssigen Säuren im Körper und lösen abgestorbene Hautzellen ab. Basenbad-Salz gibt es im Reformhaus oder Bioladen. Alternativ: Gebe 100g Natron in warmes Wasser. Badezeit: 45-100 min
  • Entgiftende Lymphdrainage: Das Lymphsystem ist für den Abtransport giftige Stoffe sehr wichtig. Die Lymphdrainage ist eine medizinische Massage, die das Lymphsystem wieder in Gang bringt. Es gibt kostenlose Online-Anleitungen dazu. Frage deinen Arzt, ob dies für dich geeignet ist.

Das Video wird von YouTube eingebettet und erst beim Klick auf den Play-Button geladen. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

Tipp: Wenn du jeden Tag leicht ins Schwitzen kommst (z.B. 10 Liegestützen zwischendurch), bringt das deinen Lymphfluss ebenfalls in Gang. Solche kurzen Einheiten sind leicht umgesetzt und bringen neue Energie!

Die einfache und knapp gehaltene Detox-Übersicht beschränkt sich auf die wirklich wichtigen Methoden. Dadurch dürften die Chancen gut stehen, dass der Leser auch wirklich umsetzt. Lieber die Basics richtig machen. Als 100 Vorsätze und nichts davon wird wirklich in die Tat umgesetzt.

Gesunde Haut ist eine Frage von Geduld und Fleiß

Mache deine körperliche und geistige Gesundheit zur Priorität. Du wirst überrascht sein, wie positiv sich die vorgestellten Routinen der Trink-,Ess- und Entgiftungsgewohnheiten auf dein Hautbild auswirken werden. Aber es braucht Geduld bis sich erste Ergebnisse einstellen, etwa 4 bis 12 Wochen. (Nach 4 Wochen hat sich die obere Hautschicht einmal komplett erneuert).

„Die Hautdiät“ ist als langfristige Umstellung der Lebensgewohnheiten gemeint und nicht als Erfolg über Nacht. Erfolg wird sich nur einstellen, wenn du die Techniken konsequent durchführst.

Zu Beginn kann es zu sogenannter Erstverschlimmerung kommen. Kopfschmerzen, Übelkeit, vorrübergehend schlechteres Hautbild. Das sind Entgitftungsreaktionen, weil du deinen Körper endlich unterstützt, Körpergifte loszuwerden. Nach einigen Wochen sollte das überwunden sein.

Außerdem müssen sich der Körper und der Darm an die neue Ernährungsweise gewöhnen. Wenn du vorher jahrzehntelang viele verarbeitete Produkte und kaum „Grünzeug“ genossen hast, braucht dein Körper Zeit sich an die vielen Faserstoffe (Ballaststoffe) zu gewöhnen. Durchfall oder Verstopfungen bedeuten nicht, dass es bei dir nicht funktioniert ( eine beliebte Ausrede 😉 ), sondern dass dein Körper eine Veränderung durchmacht. Nur wenn du ernsthafte Schmerzen hast, schalte einen Gang zurück und gestalte die Ernährungsumstellung langsamer.

Ein wichtiger Erfolgs-Faktor ist die Motivation. Um diese hochzuhalten, braucht es klare und konkrete Ziele. „Ich will schöne Haut haben“ ist zu abstrakt, du weißt nicht was genau zu tun ist. Richte den Fokus daher auf das Etablieren der neuen Routinen, beispielsweise

  • „jede Mahlzeit mit Rohkost zu beginnen“,
  • „immer eine Flasche Wasser auf dem Schreibtisch stehen haben“,
  • ein Ernährungstagebuch hilft, den Ernährungsplan einzuhalten und Zwischenerfolge zu notieren. Dort kannst du auch deine körperlichen Reaktionen und die Verbesserung deines Hautbildes festhalten.

Toll, dass dieser wichtige Aspekt der Umstellung und Motivation ein ganzes Kapitel im Buch gewidmet ist. Hat man erstmal die Zusammenhänge verstanden, ist die Umsetzung die größte Herausforderung.

Ich möchte zum Thema und Darm und Verträglichkeit unbedingt noch anmerken, welche Lebensmittel am häufigsten für Unverträglichkeiten sorgen:

  • Industriezucker in allen Formen, Farben und Namen (Haushaltszucker, Rohrohrzucker, Vollrohrzucker, Dicksäfte, Xylit, Ahornsirup – gute Alternativen: Honig, Datteln, Stevia).
  • Gekochtes, eingemachtes Obst
  • Säfte aller Art
  • Trockenfrüchte
  • Röststoffe in Kaffee & Schwarztee  (Alternative: Grüntee, da nicht geröstet)
  • In Fett Gebratenes

Ich hatte jahrelang mit Reizdarmsyndrom zu tun, und durch die überwiegend vegane Vollwertkost sowie das Meiden obengenannter Nahrungsmittel habe ich NULL Symptome mehr. Mehr Infos dazu findest du in diesem Artikel.

Fazit zu „Die Hautdiät“

Der Ansatz der „Hautdiät“ ist super. Es wird vermittelt, was in der Wissenschaft schon lange bestätigt ist: Scheinbar unheilbare Hautkrankheiten können in den meisten Fällen vonn innen heraus heilen, wenn die richtigen Vorausssetzungen geschaffen werden.

Ausreichendes Trinken von Kräutertees, Zitronen-Wasser und Rohkostsäften/-Smoothies. Konsequent pflanzliche Ernährung mit einem hohen Rohkostanteil – ergänzt durch einfache Entgiftungstechniken.

Bis auf wenige Details kann ich dem Autor in seinen Aussagen zustimmen. Zu ergänzen habe ich: Eine bestimmte Trinkmenge am Tag (z.B. 4-5 Liter) erachte ich für unnötig und kann sogar schädlich sein. Um die neue Ernährungsweise gut zu vertragen, meide Industriezucker, gekochtes Obst, Trockenfrüchte, Geröstetes und Gebtatenes konsequent. Denn diese bringen die Darmflora für bis zu 2 Wochen (!) durcheinander, so dass Vollkorn & Co schlechter vertragen wird.

Das Bucht „Die Hautdiät“ ist für alle geeignet, die an Hautproblemen wie Akne, Schuppenflechte oder Neurodermitis leiden und die Nase gestrichen voll von Unheilbarkeits-Erklärungen und Cortisol-Salben der Hautärzte haben. Es ist für alle, die ihre Gesundheit, Schicksal und Lebensqualität endlich in die eigenen Hände nehmen wollen.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top